Alternative zum Zivildienst: Nachfolger gesucht

ISV möchte weiterhin die Möglichkeiten des FSJ nutzen

Seit nun zwei Jahren beschäftigt die Ibbenbürener Spielvereinigung (ISV) einen Mitarbeiter, der sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) anstelle des Zivildienstes im Sportverein ableistet. Seit 2001 können junge Erwachsene als Alternative zu den klassischen Einsatzfeldern eines Zivildienstleistenden in der Behindertenbetreuung, Seniorenpflege und Kinderbetreuung auch ihren Zivildienst als FSJ im Sport ableisten. Nach Sebastian Tanner übernahm im Sommer letzten Jahres Janis Schneider den Posten, der in erster Linie den Einsatz in der Jugendarbeit umfasst. Ihm wurde im Rahmen des FSJ ermöglicht, eine Bildungsreise zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Südafrika zu unternehmen (wir berichteten).

In den letzten Monaten gab es immer wieder Diskussionen um die Zukunft des Zivildienstes, die auch bis heute nicht beendet sind. Aktueller Stand ist, dass die Verkürzung von Wehrpflicht und Zivildienstzeit auf sechs Monate auch zu einer Verkürzung des Freiwilligen Sozialen Jahres führt. Die Dauer liegt nun bei (mindestens) acht Monaten, darüber hinausgehende Laufzeiten sind bis zu 18 Monaten frei verhandelbar. Zudem wurden die Zuwendungen der öffentlichen Hand gekürzt, was eine Erhöhung der Kosten für die Einsatzstelle zur Folge hat. Diese steigen von 275 auf 360 Euro netto pro Monat.

Doch all dies soll bei der ISV keineswegs dazu führen, das vor zwei Jahren begonnene Projekt jetzt zu beenden. „Wir haben mit dem FSJ durchweg positive Erfahrungen gemacht und möchten daher auch in der neuen Saison, nach jetzigem Stand ab dem 1. September, diese Position besetzen“, so ISV-Geschäftsführer Volker Schwabe. Der Schwerpunkt der Tätigkeit soll weiterhin im Jugendfußballbereich liegen. Neben Trainings- und Betreuungsaufgaben gehören die Organisation von Veranstaltungen und Turnieren, der Aufbau von Patenschaften zu Schulen und auch administrative Dinge dazu. „Der FSJ'ler nimmt bei uns sogar an den Sitzungen des Jugendausschusses teil, ist also quasi mittendrin“, so Schwabe. Daneben unterstützt der FSJ'ler den Hauptvorstand bei dessen Arbeit und besetzt drei Mal wöchentlich die Geschäftsstelle zu festen Öffnungszeiten.

„Es ist das ideale Betätigungsfeld für junge sportbegeisterte Menschen, die insbesondere Spaß am Umgang mit Kindern und Jugendlichen haben, aber auch einsatzbereit und flexibel sind“, betont Schwabe. Denn feste Arbeitszeiten gibt es in der 39-Stunden-Woche oftmals nicht und auch am Wochenende ist der FSJ'ler gefragt. Dafür gibt es aber viel Freiraum, um Dinge zu gestalten und eigene Ideen einzubringen. Zudem wird dem FSJ'ler während der Einsatzzeit bei der ISV eine umfassende Übungsleiterausbildung der Sportjugend NRW geboten, für die er vom Verein freigestellt wird.

Aktuell beschäftigt sich der ISV-Vorstand mit der Auswahl der Bewerber. Noch bis Ende Juli können sich Interessierte an den Verein wenden und ihre Bewerbungsunterlagen einreichen (per Mail an vorstand@ibb-sv.de). „Zuletzt waren die jungen Leute durch die Diskussion verunsichert, was sie machen sollen, aber jetzt herrscht Klarheit bezüglich der Fortsetzung des FSJ“, ist Schwabe zuversichtlich, die Stelle adäquat neu besetzen zu können.


Quelle: eigener Bericht / Vorstand / VS, 2010-07-22
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