HENNING MEYER-VEERPunkteteilung zwischen der ISV und Wermelskirchen Arnolds Straume (r.) muss such hier gegen Robert Heinrichs durchsetzen.
Ibbenbüren. Der Schlusspfiff war noch nicht ganz verklungen, da stand Lars Hepp, Spielertrainer des Handball-Regionalligisten TuS Wermelskirchen, schon bei den Schiedsrichtern und bedankte sich für die Spielleitung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, denn die beiden Unparteiischen hatten durchaus einen relevanten Anteil, dass Hepp mit seiner Truppe noch ein Remis bei der ISV holte. 30:30 (17:13) hieß es nach 60 Minuten.
Und speziell in dieser 60. Minute ging es vor den 450 Zuschauern in der Halle Ost so richtig hoch her. 30:29 führte die ISV, Ballbesitz für die Gastgeber und noch 18 Sekunden waren zu spielen. Die Unparteiischen zeigten sofort Zeitspiel an und pfiffen den Angriff nur drei Sekunden später ab. Arnolds Straume erhielt wegen einer Unsportlichkeit zunächst eine Zeitstrafe, schubste dann den Schiedsrichter leicht sah prompt den Roten Karton. Den folgenden Wermelskirchener Angriff parierte ISV-Keeper Georgios Triantafillou zunächst, aber Lars Hepp erkämpfte sich den Abpraller und warf den Ball ins Tor. Die Frage war jetzt, warf er vor oder nach der Schlusssirene? Die Schiedsrichter entschieden auf Tor und lagen damit wohl auch richtig.
Das taten sie zuvor aber nicht immer. Speziell ab der 45. Minute entschieden sie in strittigen Aktionen fast immer gegen die ISV und leisteten sich dabei einige veritable Fehlentscheidungen. ISV-Coach Vladimir Goldin wollte sich zur Leistung des Gespannes aber dennoch nicht äußern. „Ich sage nie etwas zu Schiedsrichtern. Wir diskutieren da nicht drüber“, so Goldin nach den 60 Minuten. „Ich hoffe nur, dass Arnolds keine Sperre bekommt.“ In der Tat wäre es auch zu leicht, den verloren gegangenen zweiten Punkt nur den Schiedsrichtern in die Schuhe zu schieben. Denn beim Stand von 30:29 vergab Matthias Reiser schließlich auch einen Siebenmeter, zudem gab es noch eine freie Wurfsituation. „Das waren zwei entscheidende Momente, wo wir den Sack hätten zumachen können“, so Vladimir Goldin.
Dennoch ließ er keinen Zweifel daran, wie er das Spiel einschätzte. „Das Unentschieden ist absolut unverdient“, sagte Goldin. „Ich kann der Mannschaft aber keinen Vorwurf machen. Sie hat nie aufgegeben.“ Und sie hatte den Tabellenzweiten eigentlich über die ganze Spielzeit gut im Griff. Überragender Akteur war dabei insbesondere in der ersten Halbzeit Torwart Hendrik Peters. Der Mann, der im Januar aus Kattenvenne (Landesliga) zur ISV gekommen war, entschärft vor dem Wechsel unglaubliche 23 Bälle. „Ich sehe bei ihm das Ergebnis unserer Zusammenarbeit“, sagte Vladimir Goldin zur Leistung des jungen Mannes, der die gegnerischen Angreifer zur Verzweiflung brachte, weil es ihm immer wieder gelang, ein Körperteil zwischen Ball und Torlinie zu bekommen. Ihm war es zu verdanken, dass die Gäste in der ersten Halbzeit nie in Führung lagen. Zur besten Phase war die ISV sogar fünf Tore weggezogen. Bis dann im zweiten Durchgang die Schiedsrichter ihren Faden verloren.
Aber auch Wermelskirchens Trainer Lars Hepp wusste das Spiel einzuordnen. „Es tut mir leid, wenn ich jetzt hier freudestrahlend stehe“, sagte er in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Das ist sicherlich unangebracht angesichts der Lage, in der sich Ibbenbüren befindet.“ Widerspruch aus dem Plenum erntete er dafür nicht.
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